Presseinformation (18.01.2012)
D&B Bundesliga-Index: Wolfsburg zieht mit Bayern gleich
D&B Bundesliga-Index: Wolfsburg zieht mit Bayern gleich
- Vereinbarungsgemäße Zahlungen steigen um 75 Prozent
- Dortmund und Schalke landen auf den Plätzen drei und fünf
- Kaiserslautern übergibt rote Laterne an Stuttgart
- Hannover 96 und Hertha BSC bleiben die Kellerkinder
Darmstadt, 18. Januar 2012 – Trotz zahlreicher Neuverpflichtungen in der am 31. Januar endenden Winter-Transferperiode haben die meisten Klubs ihre Zahlungsmoral gegenüber dem Saisonstart verbessert. Und: Obwohl Wolfsburg im Januar 2012 mit acht Neuverpflichtungen und knapp 26 Millionen Euro die größte Einkaufstour startete, rückt der Verein von Platz vier auf den zweiten Platz vor (Sommer 2011: 93 Punkte) – aktuell punktgleich mit den Bayern (100 Punkte). Dortmund (99), Bremen (97), Schalke (95) und Mönchengladbach (87) bilden aktuell das Verfolgerfeld. So das Ergebnis des zum Rückrundenstart erstellten D&B Bundesliga-Index des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland. „Verständlich, dass einige Klubs die Winterpause nutzen, um ihr Team zu verstärken. Bei Wolfsburg wäre jedoch ohne Großsponsor VW ein solcher Kraftakt mangels sportlicher Erfolge kaum finanzierbar“, analysiert Thomas Dold, Geschäftsführer D&B Deutschland.
Das VW-Werksteam verbuchte „Ausgaben in Höhe von rund 25,7 Millionen Euro“, so VfL-Aufsichtsratschef und VW-Einkaufsvorstand Garcia Sanz. Trotzdem verteidigt er in einem Interview Magaths Shoppingtour: „Die aktuellen Transfers bewegen sich alle innerhalb des Budgets. Dass Magath Geld von VW einfach rausschmeißen würde, kann man so nicht stehen lassen, weil es unfair ist.“ Unfair bedeutet allerdings nicht, dass künftig der Geldbeutel weiterhin so locker sitzt. Spätestens wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, kommen Vorstandvorsitzender und Trainer in Erklärungsnot.
Bayern München verteidigt seinen Spitzenplatz
Vor einem Jahr noch auf Platz fünf, kann der FC Bayern München seit dem Saisonstart nicht nur sportliche Erfolge verbuchen. Der aktuelle Tabellenführer lässt auch bei der bereits zum siebten Mal in Folge erstellten D&B Analyse seinen Verfolgern keine Chance. Grundlage für das erneute Topranking bietet sicherlich die Eigenkapitaldecke von knapp 177 Millionen Euro – bei einem Umsatz von rund 338 Millionen Euro. Dadurch verfügen die Bayern über ausreichend Finanzkraft, bis zum Saisonende weiterhin erfolgreich zu agieren – zumindest finanziell.
Die Verfolger: Dortmund vor Bremen, Schalke und Mönchengladbach
Dortmund (99 Punkte) – aktuell beim D&B Bundeliga-Index auf Platz drei – vergibt aufgrund seiner schlechteren Zahlungsmoral (drei Tage nach Ziel) einen Spitzenplatz in der Tabelle. Werder Bremen (97), FC Schalke 04 (95) und Borussia Mönchengladbach (87) zahlen dagegen zwar allesamt ihre Rechnungen vereinbarungsgemäß. Allerdings sind die restlichen Rahmenbedingungen weniger erfreulich: So lässt im Untersuchungszeitraum bei den Bundesligaverfolgern Schalke und Mönchengladbach die dünne Eigenkapitaldecke wenig Spielraum für eine bessere Bewertung.
Zahlungsmoral insgesamt gestiegen
Erfreulich ist: Die Zahlungsmoral ist im Vergleich zum Saisonstart trotz zahlreicher Neuverpflichtungen in der Winterpause deutlich gestiegen. Zwar leistet sich kein Verein mehr den Luxus, seine Zahlungen vor vereinbartem Ziel zu begleichen, doch zahlen immerhin sieben von 18 Vereinen ihre Rechnungen nun pünktlich (August 2011: vier). Am meisten Zeit für die Begleichung von Außenständen lässt sich dabei die Finanzabteilung des VfB Stuttgart: Um volle elf Tage überziehen die sparsamen Schwaben ihre Zahlungsziele. Der Hamburger SV als Vorletzter strapaziert die Geduld seiner Lieferanten dagegen „nur“ um acht Tage.
Erweiterte Risikoeinschätzung bietet seriösere Bewertung
Um noch verlässlichere Aussagen zur finanziellen Gesamtsituation der 18 Erstligaklubs treffen zu können, beinhaltet der Bundesliga-Index seit dem Sommer 2011 nicht nur erweiterte Risikoeinschätzungen, sondern berücksichtigt auch makroökonomische Faktoren wie zum Beispiel Bruttoinlandsprodukt und aktuelle Zinsstrukturen. Damit können wirtschaftliche Entwicklungen der Vereine in ihrer Gesamtheit noch besser abgebildet werden. Beim zweimal jährlich – zur Hin- und Rückrunde – berechneten D&B Bundesliga-Index steht der Wert 100 für das geringste finanzielle Ausfallrisiko. Diese von D&B Deutschland vorgenommene Bewertung ist wie bei jedem Unternehmen für eine Refinanzierung von Bedeutung. Denn als Teil der Gesamtwirtschaft bestimmen Eurokrise und restriktivere Kreditvergaberichtlinien auch im Profifußball die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
D&B Bundesliga-Index* im Überblick
| Verein | D&B Score | Zahlungen – Anzahl der Tage nach Ziel |
|---|---|---|
| FC Bayern München | 100 | Vereinbarungsgemäß |
| VfL Wolfsburg | 100 | Vereinbarungsgemäß |
| Borussia Dortmund | 99 | 3 |
| Werder Bremen | 97 | Vereinbarungsgemäß |
| FC Schalke 04 | 95 | Vereinbarungsgemäß |
| Borussia Mönchengladbach | 87 | Vereinbarungsgemäß |
| SC Freiburg | 82 | Vereinbarungsgemäß |
| 1. FSV Mainz 05 | 81 | — |
| Bayer 04 Leverkusen | 80 | Vereinbarungsgemäß |
| VfB Stuttgart | 72 | 11 |
| FC Augsburg | 66 | — |
| Hamburger SV | 59 | 8 |
| 1. FC Kaiserslautern | 58 | — |
| 1. FC Nürnberg | 57 | — |
| TSG 1899 Hoffenheim | 52 | — |
| 1. FC Köln | 51 | — |
| Hannover 96 | 28 | — |
| Hertha BSC Berlin | 26 | — |
* Der D&B Bundesliga-Index ist ein statistisch ermittelter Wert zur Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit
eines Unternehmens bzw. Vereins. D&B verwendet zur Berechnung demografische Daten, Finanzdaten
und reale Zahlungserfahrungen. Auf der Skala von 1 bis 100 bedeutet ein Index-Wert von 1 sehr hohes
Ausfallrisiko, ein Wert von 100 minimales Ausfallrisiko.
