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Schweiz: Firmenkonkurse nehmen zu
• Von Januar bis Juli 2010 gingen 3531 im Handelsregister eingetragene Firmen in Konkurs. Dies ist eine Steigerung von 24 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.
• Die Firmenkonkurse aufgrund Insolvenz stiegen um 11 Prozent auf 2536 Fälle. Die Insolvenzen verursachten somit 73 Prozent aller Konkurse.
• Den größten Zuwachs der Insolvenzen gab es in den Kantonen Neuenburg und Schaffhausen.
• Weniger Insolvenzfälle als in der Vorjahresperiode wiesen die Kantone Solothurn, Thurgau, Obwalden, Waadt und Zug auf.
• In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 22241 Firmen neu ins Handelsregister eingetragen, was eine Steigerung von 8 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode bedeutet.
OR Artikel 731b: Konkurs durch Organisationsmangel
Am 1. Januar 2008 trat das Konkursverfahren ohne Konkurseröffnung (Schweizerisches Obligationenrecht Artikel 731b) in Kraft. Wenn ein notwendiges Organ einer Firma fehlt oder nicht rechtmäßig zusammengesetzt ist, kann ein Aktionär, ein Gläubiger oder der Handelsregisterführer beim Richter beantragen, dass die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden. Eine der möglichen Maßnahmen ist die Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs. Neben dem Konkurs durch Insolvenz ist somit auch ein Konkurs durch Organisationsmangel möglich. D&B Schweiz wertet die Konkurse nach beiden Ursachen aus. In der Gesamtübersicht (Tabelle „Gesamtübersicht Firmenkonkurse“) werden neben den Gesamtzahlen auch die Insolvenzen und die Fälle nach OR 731b ausgewiesen.
Insgesamt wurden von Januar bis Juli dieses Jahres 22241 Firmen neu im Handelsregister eingetragen. Dies sind 1654 Firmen mehr als in der Vorjahresperiode (+8%). Weniger Neugründungen als im Vorjahr verzeichneten die Kantone Uri, Appenzell Ausserhoden, Baselland und Neuenburg. Glarus und Schaffhausen hatten in relativen Zahlen den größten Zuwachs an Neugründungen.
Die Analyse der Großregionen zeigt, dass die Zentralschweiz wie auch der Espace Mittelland und die Nordwestschweiz einen überdurchschnittlichen Zuwachs an Neugründungen aufweisen. Zürich, die Ostschweiz sowie die Genferseeregion und das Tessin hatten weniger Neueintragungen von Firmen ins Handelsregister als der Schweizer Durchschnitt.
Gesamthaft gingen von Januar bis Juli 3531 Firmen (+24%) in Konkurs. 2563 der Konkurse kamen durch Insolvenz zustande. Einen besonders großen Zuwachs der Insolvenzen gegenüber der Vorjahresperiode gab es in den Kantonen Neuenburg und Aargau. In den Kantonen Solothurn, Thurgau, Obwalden, Waadt und Zug nahmen die Insolvenzen ab. In absoluten Zahlen gab es die meisten Insolvenzen in Zürich (392 Fälle), in der Waadt (285 Fälle) und in Genf (272 Fälle). Zum Schutz vor Verlusten durch insolvente Kunden empfiehlt Dun & Bradstreet Schweiz eine frühzeitige und umfassende Analyse der potentiellen Geschäftspartner wie auch der Stammkunden.
Die gesamte Studie finden Sie unter diesem Link.
