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China spielt Hauptrolle im Welthandel

Risiko im Überblick

  • China könnte Anfang der 2020er Jahre die größte Wirtschaft der Welt werden.
  • Chinas Marktmacht gestaltet den internationalen Handel neu. Das Land hat damit in den kommenden Jahren großen Einfluss, welche Wirtschaften wachsen bzw. stagnieren werden. (Aktuell Spiegel Online vom 9.8.10: China wichtigster Lieferant Deutschlands)
  • China wird zukünftig mehr Rohstoffe importieren müssen, um der Binnennachfrage gerecht zu werden. Jedoch kann diese Nachfrage schwanken. Das ist bedingt durch sich plötzliche ändernde politische Entscheidungen und spezifische Faktoren in der chinesischen Wirtschaft.
  • Der Arbeitsmarkt in China durchläuft aktuell einen strukturellen Wandel. Dadurch entstehen Risiken für Streiks, da Arbeiter stärkere Verhandlungsmöglichkeiten mit Firmen haben und suchen.
  • Wirtschaftsinformationen zur chinesischen Wirtschaft und ihren globalen Verbindung sind äußerst wichtig für Unternehmen mit einer internationalen Präsenz.

Empfehlungen

Wissen über chinesische Wirtschaftstrends ist entscheidend für Unternehmen

Chinas Rolle als Motor der globalen Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren weiter verstärkt. International agierende Firmen verfolgen wie der US-Markt, als Leitwirtschaft, die Entwicklung von Weltwirtschaft, Kreditrisiken und Warenwirtschaft beeinflusst. Genauso müssen diese Unternehmen künftig die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und deren Einfluss auf die Weltwirtschaft beachten.

  1. Chinas Bedeutung als Exportmarkt wächst gewaltig: Im ersten Quartal 2010 importierte China Waren im Wert von 341,8 Milliarden US-Dollar. Das ist nicht weit entfernt von den Importwerten der USA, die im selben Zeitraum für 427,6 Milliarden US-Dollar Waren in die USA einführten. In diesem Kontext können Unternehmen wichtige Einsichten gewinnen, wenn sie den Einfluss der Nachfrage Chinas auf die Weltwirtschaft stets im Blick haben. Außerdem können sie sich daraus ergebenen Möglichkeiten und Risiken einschätzen.
  2. Es gilt Länder und Sektoren zu identifizieren, die in zunehmendem Maße von Chinas wachsender Wirtschaft abhängig sind. Einerseits können Unternehmer so neue Marktmöglichkeiten erschließen. Andererseits können sie Kreditrisiken bewältigen, falls Chinas Importnachfrage sich verlangsamt oder schrumpft. Diese Vorgehensweise ist entscheidend für langfristige Unternehmensstrategien und kurzfristiges Kreditrisiko Management.
  3. Unternehmen hilft es, die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft zu beobachten, um nachhaltige wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.
  4. D&B empfiehlt Exporteuren einen dynamischen Ansatz zu wählen, wenn sie Zahlungsbedingungen für Einkäufer festlegen. Beispielsweise sollten Importeure beobachten, ob Einkäufer davon profitieren, Teil einer Wirtschaft zu sein, die direkt oder indirekt mit der Nachfrage Chinas verwoben ist.

Zu den Hintergründen

Chinas Wirtschaft wuchs 2009 auf 4,9 Billionen US-Dollar. Im Jahr 2011 wird China die zweitgrößte Wirtschaft der Welt sein, dann vor Japan und Deutschland. D&B erwartet, dass Chinas Wirtschaft jährlich um sieben bis neun Prozent in den nächsten zehn Jahren wachsen wird. Damit würde sich ihre Größe mehr als verdoppeln. China könnte dann sogar die USA überholen und in den frühen 2020er Jahren die größte Wirtschaft der Welt werden.

Dieser Fall würde eintreten, falls der Kurs des Yuan (auch bekannt als „renminbi“) in den nächsten zehn Jahren merklich gegenüber dem US-Dollar zunimmt und gleichzeitig die US-Wirtschaft stagniert.

Wie können Unternehmen vom Wachstum Chinas profitieren?

Firmen aller Art können die chinesische Nachfrage nutzen. Davon profitieren aktuell beispielsweise die deutschen Autobauer, was die Halbjahreszahlen von BWM, Mercedes und Audi belegen (Manager Magazin, 9.8.10). Jedoch zielen Chinas Importe im Vergleich zur US Wirtschaft viel stärker auf Rohstoffe. Die USA importieren dagegen hauptsächlich fertige Konsumgüter. Es ist eine Herausforderung, eine Nische im chinesischen Markt zu finden, wenn Unternehmen nicht dieser Nachfrage an Rohstoffen entsprechen.

Dennoch ergeben sich hier zahlreiche Möglichkeiten für erfahrene Firmen mit Geschäftstätigkeiten im Ausland. Es bieten sich besonders Chancen bei Geschäften mit Ländern, die nach China exportieren, da Chinas Nachfrage so ihre eigene Wirtschaft ankurbelt.

Chinas vielfältige Investitions- und Handelsverbindungen

Seit den frühen 2000er Jahren baut China Investitions- und Handelsverbindungen mit vielen Ländern auf. Zu Beginn oftmals mit Ländern, die eine schwache Beziehung zu den USA hatten. Daher spielen für zahlreiche Länder Exporte nach China eine Schlüsselrolle hinsichtlich des Wirtschaftswachstums. Den großen Einfluss Chinas auf diese Länder sieht man am Ausmaß, wie China dort Exporte antreibt und so zur Erholung der globalen Wirtschaftskrise beiträgt.

Beitrag zum BIP-Wachstum durch Exporte nach China1

LandQ3-08Q4Q1-09Q2Q3Q4Q1-10Q2
Angola21,9-5,9-18,2-18,4-8,69,019,019,7
Malaysia3,2-2,5-3,2-2,5-0,68,711,611,2
Taiwan1,2-8,9-11,4-8,3-4,57,212,511,0
Oman15,612,0-6,3-10,2-13,5-11,88,09,7
Kasachstan2,8-0,3-1,4-1,9-1,71,36,04,9
Südkorea1,4-2,1-2,8-2,3-1,73,95,64,6
Philippinen-3,5-7,4-8,3-7,2-3,61,13,13,4
Thailand1,4-0,6-2,6-0,6-0,12,44,83,3
Kuwait4,61,4-0,5-0,4-3,50,22,22,7
Chile0,2-0,4-2,60,52,83,86,12,4
Australien2,00,3-0,30,20,01,42,32,0
Vietnam3,00,2-0,71,0-0,62,11,71,9
Hong Kong0,6-1,5-3,1-1,9-2,3-0,62,11,6

1Prozentpunkte, US-Dollar.

Quelle: General Administrations of Customs, IMF, International Financial Statistics

Welche Länder profitieren am meisten?

D&B untersuchte Länder, die bis jetzt am stärksten vom Handel mit China profitierten. USA, Japan, Korea, Taiwan und Deutschland waren die großen Exporteure von Kapitalgütern und Komponenten im zweiten Quartal 2010. Hingegen waren Australien, Brasilien, Thailand und Saudi Arabien die hauptsächlichen Exporteure von Rohstoffen, alle in den Top Ten bezüglich des Marktanteils. Die gleichen Länder plus Angola und Indien waren in den Top Ten bezüglich Exporte nach China im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Chinas Zulieferer: Top 20 Länder, Q2 2010

RangLandExporte nach China (USDbn) RangLandAnstieg Exporte nach China (USDbn)1
1Japan43,51Japan12,0
2Korea34,82Korea10,3
3Taiwan30,33Taiwan9,9
4US23,84Malaysia5,6
5Deutschland18,65US5,4
6Australien14,26Deutschland5,3
7Malaysia12,67Australien5,2
8Brasilien10,38Angola4,6
9Thailand8,29Saudi Arabien4,2
10Saudi Arabien8,010Indien3,4
11Russland7,211Thailand2,8
12Angola6,712Brasilien2,2
13Indien6,113Singapur2,2
14Singapur6,114Indonesien2,1
15Indonesien4,915Kasachstan1,7
16Frankreich4,616Schweiz1,5
17Chile4,317Frankreich1,5
18Iran4,118Philippinen1,4
19Philippinen4,119Russland1,3
20Kanada3,920Venezuela1,2

1Jahresvergleich

Quelle: General Administrations of Customs, IMF, International Financial Statistics

Ein anderes Bild entsteht, wenn der Einfluss von Chinas Nachfrage am Wirtschaftswachstum gemessen wird. Diese Länder könnten vergleichsweise schneller wachsen, wenn Chinas Wirtschaftswachstum mit sieben bis neun Prozent pro Jahr voran schreitet.

Ist China eine verlässliche Wachstumsquelle?

Chinas BIP-Wachstum hat in den letzten 15 Jahren stärker variiert als offizielle Statistiken angeben. Während der globalen Wirtschaftskrise Ende 2008/Anfang 2009 ist Chinas nominales Produktionswachstum auf zwei Prozent im Jahresvergleich eingebrochen. Das war der niedrigste Stand seit der Asienkrise 1998. China bestimmt und beeinflusst Teile der Weltwirtschaft. Aber sie ist gleichzeitig auch Teil dieser und nicht losgelöst davon. Damit ist China konjunkturellen Schwankungen ebenso unterworfen wie andere Länder auch.

China ist und bleibt weiterhin ein unbeständiges Schwellenland, auch politisch gesehen, wurde aber der Motor für den Kauf von Rohstoffen und anderen Importen. Es bestimmt so deren Preise auf dem Weltmarkt.

Tipp: Falls Sie gesammelte Länderrisikoinformationen und -berichte zu über 130 Ländern erhalten möchten, dann steht Ihnen der monatlich aktualisierte International Risk & Payment Review (in Englisch) zur Verfügung.
Weitere Informationen können Sie sich unverbindlich hier anfordern: http://www.laenderrisikoberichte.de/crs_formular.cgi?s=form

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